Sonntag, 31. Oktober 2010

Ge-fertig-t

In meinen Kisten, Truhen und Koffern lagert der Stoff.
Ich bin sicher, dass er mit der Zeit besser wird, so wie guter Wein.
Regelmäßig lüfte ich die Verstecke, dann ziehe und zerre ich einen heraus, schlage ihn auseinander und falte ihn dann wieder ordentlich zusammen. Ich streichle darüber und spinne ihn in meinem Kopf zu feinen Kleidern. Meist schließe ich ihn aber wieder weg, habe aber zumindest ein schönes Gefühl im Kopf und in den Fingerspitzen. 
Neu in meinem Fundus sind ein schlammiger Cord und ein matschiger Leinen Coupon. Dazu streichelzarter Karostoff und passendes Futter. Aber nur mit Stoff kann man nicht nähen. Deshalb habe ich auf dem Stoffmarkt in Offenbach auch noch Garn, Reißverschlüsse, beziehbare Knöpfe und eine Nähzeitschrift gekauft.


Und manchmal entwischt dann doch ein Stoff und findet sich plötzlich auf dem Tisch liegend wieder. Wartend. Ausharrend auf Schnitt und Schnittpapier. Auf versäuberte Kanten und und gesteckte Seitennähte.
So ist dieser schicke Rock entstanden. Das Modell stammt aus der Knipmode vom September 2010.  
Ich fühle mich darin sehr damenhaft und ein bisschen wie aus einer anderen Zeit.





Manches Mal liegt ein Stoff auch ein bisschen länger herum. Dann wird er behände auf den Stuhl in der Ecke versetzt und dieser wird so nah an den Tisch geschoben, dass vom Stoff Nichts mehr zu sehen ist. So verstauben dort auch manches Mal fast fertige Dinge. Wie zum Beispiel ein knopfloses Hemd. Modell Y aus dem japanischen Stylisch Dress Book. Beim Tischdeckewechseln wieder entdeckt und dank dem Kauf von beziehbaren Knöpfen fertiggestellt.


3 Mal kommentiert:

  1. Sieht sehr schön aus, vor allem der Rock steht dir gut! Weiter so :-) Ran an die Stoffkisten.
    Liebe Grüße! Catherine

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  2. Der Rock ist wirklich besonders schön!

    liebe Grüße,

    e.

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  3. Das mit der Stofflagerung kenne ich irgendwie!?
    Der Rock ist sehr gelungen,
    wenn auch ungewohnt nach den extremen Hüftröckchen die man so gesehen hat.

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