Sonntag, 18. September 2011

Der letzte Sonnentag

In einer lebendigen und dauernd geschäftigen Stadt wie Leiden ist es manchmal schwer sich selbst noch atmen zu hören. Auf der Suche nach einem friedlichen Platz bin ich am scheinbar letzten Sommersonnentag durch die Straßen gezogen. Ziellos, so wie es am einfachsten ist etwas Neues zu entdecken. So bin ich schließlich auf einem alten Friedhof gestoßen. Umgeben von seicht dahin plätschernden Grachten und überwuchert von hohem Gras. Dieser Friedhof, der mittlerweile als Park dient, ist ein überwucherter, verkommener, halbvergessener Ort.


Die zarten Sonnenstrahlen streicheln über die Grabmale und wärmen den kalten Stein. Schmetterlinge tanzen durch das hohe Gras und versenken sich in Blüten. Ein großer Baum, scheinbar aus mehreren Stämmen gewunden, herrscht über die Wege. 


Wenn es hier auch im Dunklen etwas schaurig sein mag, man sich bei Kerzenlicht fürchtet und einsam fühlt, so ist's im Hellen doch sehr friedlich und bei Tageslicht gesehen, ist man nie alleine. In den Bäumen ächzt der Wind und die Seelen seufzen.


Die Grabmähler verkünden Frieden und ewige Ruhe, einige wenige Skulpturen und Kreuze wachen über die Totenstille. Es ist vielleicht ein wenig morbid sich auf einem Friedhof wohl zu fühlen, aber mir fällt kein ruhigerer und friedvollerer Ort ein.


Nun befasse ich mich gerade mit einem Text von Rhijnvis Feith, dessen Geschichten viel auf Freidhöfen stattfinden und der noch dazu aus Leiden stammt. Und er dichtet:

Zet u dan in stille nachten
Op een eenzaam Kerkhof neêr.
In 't gevoelloos Rijk der doden
Vindt uw ziel haar kalmte weêr.

Setzt dich dann in stillen Nächten
auf einem einsamen Friedhof nieder.
In dem gefühllosen Reich der Toten
findet deine Seele ihre Ruhe wieder.


4 Mal kommentiert:

  1. Das ist aber wirklich ein schoener Ort, den Du da gefunden hast. Ich finde Friedhoefe im Tageslicht immer sehr 'friedvoll'. Schoenen Sonntag von Gudrun

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  2. Hallo,
    das hast Du aber schön geschrieben!! Ich hoffe dieses Jahr bringt Dir und uns noch ein paar Spätsommertage mit klarer Luft und dem Gefühl den Sommer noch ein wenig in Händen zu halten.
    Ich hoffe Du genießt Deine Zeit in Holland und findest ein paar neue und gute Freunde.
    Liebe Grüße
    PS: Ich werde jetzt mit Deiner Mama den ersten Kaffee im ausgebauten Dach trinken!

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  3. Kind, ein Friedhof!!!
    Ach die Bilder sind ja wirklich schön, ein bisschen verwunschen...so einsam...
    Also ich jedenfalls, ich würde mich lieber in ein schönes Kaffee an ner Gracht setzen und Leute angucken ich meine die, die leben.

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  4. Hi , es ist immer toll, zu lesen, was du schreibst.
    Ich gehe auch gern auf Friedhöfen spazieren!
    Deine Bilder sind schön, verwunschen-die Engel grüßen.
    Ganz allein ist man da wirklich nicht-
    du hast recht-bei Tag ist es dort sicher angenehmer als nachts.
    Thebasile

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