Samstag, 5. November 2011

Kartenkunst

Zuerst eine Wachskreideschicht auf das dicke Papier, dann eine erste Lage Papierschnipsel. Seiten aus alten Büchern, skizzierte Mädchenköpfe. Ausgestanzte Blüten, gestempelte Ranken. Einen Rand aus Tinte und ein paar handgeschriebene Worte.  So oder so ähnlich würde ich das Scrapbooken beschreiben. Anfühlen tut es sich wie kühler Kleber, riecht wie schwarze Tinte und klingt wie zerreißende Zeitung.


Die Freude daran habe ich von meiner Mama. Sie ist meine größte Inspiration und auch ein Vorbild. Dank meiner Mama kann ich nähen und stricken, sticken und häkeln und nicht zuletzt habe ich von ihr auch viel übers Arbeiten mit Papieren und Farbe gelernt.


Nun schickt sie mir seit 2 Monaten Karten und ich freue mich über eine jede und staune. Die Karten entsprechen alle einem Format und sind doch so unterschiedlich. Mal sind sie aus Papier, mal aus Stoff, mal bestempelt, mal genäht, mal beklebt mit Abbildungen, mal selbst gezeichnet. Die Schrift ist dabei immer ein großes Thema.


Die Karten haben keine eigentliche Vor- oder Rückseite. Sie sind von beiden Seiten sehr aufwendig gestaltet. Auf den Bildern hier geht es allerdings etwas durcheinander. Bei dem folgenden stimmt es aber:


Lange Zeit hingen die Karten untereinander an meinem Schrank, aber mittlerweile habe ich sie zu einem Büchlein zusammengefügt. Dazu hatte meine Mama mir zwei Ringe geschenkt. Ich musste mich etwas überwinden, die Karten zu lochen und mir Gedanken machen wo vorne und hinten, wo oben und unten ist.


Nun kann ich sie durchblättern, bestaunen und mich inspirieren lassen. Hier seht ihr auch noch andere Brief- und Päckchenbeigaben. Eine gehäkelte Eule von meiner Tante, eine Filzeule und einen stoffbezogenen Anstecker mit Fliegenpilz, die mir mein ältestes  Schwesterchen geschickt hat. Übrigens hängt dort auch das erste Herbstblatt das sich in meinem Fahrradkorb verfangen hat.


Hier noch die neusten Karten und ein klitzekleines Notizheftchen. Die Karten kommen immer in bestempelten oder gebastelten Um- schlägen, versehen mit lieben Grüßen und oft angefüllt mit Papierstücken, Abbildungen oder Zeichnungen. Jedes Mal wenn ich eine von diesen Karten im Briefkasten finde bin ich froh. Und wenn ich sie mir später wieder anschaue, dann kommt dieses warme, wohlige, freudige Gefühl zurück.

2 Mal kommentiert:

  1. Oh!
    Ich liebe Post und bei so wunderschöner macht das Herz erst recht nochmal einen Freudehüpfer!
    Herzlich
    Eos

    AntwortenLöschen
  2. Oh ja, ich habe auch schon Karten von Deiner Mama bekommen und hüte Sie wie einen Schatz. Sie sind wirklich wunderschön!!
    LG

    AntwortenLöschen